Umbau und Sanierung Bucher Areal, Burgdorf

Projekt und Realisierung, Termin- und Kostenkontrolle, Bauleitung 2016 – 2018

Auf dem ehemaligen Produktionsareal der Wollzwirnerei Bucher entstanden neue attraktive Wohn-, Arbeits- und Freizeiträume. Der Ursprung des mit der Zeit gewachsenen Ensembles geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Eigentümerin ist bestrebt, mit einer nachhaltigen Umnutzung und Weiterentwicklung die Industriebauten neuen Nutzungen zuzuführen. In Etappen wird die historische Bausubstanz umgebaut und saniert, wo nötig rückgebaut und punktuell mit Neuem ergänzt. Alt und Neu sollen miteinander harmonieren und zu einem neuen Ganzen werden.

Das Projekt umfasste den Umbau und die Sanierung des einstigen Fabrikations- und Lagergebäudes aus dem Jahre 1917. Die Arbeiten beinhalteten nebst räumlichen Anpassungen insbesondere die Erneuerung der Haustechnik-Installationen, die energetische Optimierung der Gebäudehülle, sowie der Einbau einer neuen Erschliessung mit Lift.

Der industrielle Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes sollte Aussen wie Innen erhalten bleiben. Die Eingriffe in die bestehende Struktur sind daher zurückhaltend, der Ausbaustandard und die Materialisierung dem Industriecharakter entsprechend. Altes wurde soweit möglich belassen, wo nötig geflickt und behutsam mit Neuem ergänzt. Die Oberflächen von Böden, Wänden und Decken sind mehrheitlich roh. Zudem hatte der Einsatz von nachhaltigen und ökologisch unbedenkliche Materialien wie Holz, Lehmputz oder mineralischen Farben einen hohen Stellenwert.

Im Erdgeschoss entstanden in den ehemaligen Produktionsräumen grossflächige hohe Räume mit Loftcharakter.Das zweistöckige Dachgeschoss wurde komplett ausgebaut, neu befinden sich dort Räume für verschiedene Büro- und Dienstleistungsnutzungen. Ein Aufenthaltsraum und eine Dachterrasse dienen als Treffpunkt und können von allen Mietern gemeinsam genutzt werden. Sämtliche Wohneinheiten sind mit einer eigenen Küche und Nasszelle ausgestattet. Die heterogene Raumstruktur erlaubt eine vielfältige Nutzung und Durchmischung von unterschiedlichen Mietern.

In Absprache mit der Denkmalpflege wurde das Gebäude auch aussen saniert. Um den energetischen Anforderungen zu entsprechen, wurde die Dachfläche komplett isoliert, zur Belichtung der Dachräume durften neue Dachflächenfenster eingebaut werden. Die Lukarnen und das Treppenhaus wurden analog dem Bestand mit Biberschwanz, das Hauptdach mit Flachschiebeziegel neu eingedeckt. Die Auswahl der Farben wiedergibt das ursprüngliche Farbkonzept, die hellen Pastelltöne und naturrote Eindeckung verleihen dem Gebäude eine angenehme Frische.

 

Fotograf: Matthias Schneider